Das Leid mit dem Hundefutter

Eines vorweg:

Was ich hier beschreibe hat nichts damit zu tun, das irgendeine Hundefuttersorte schlechter oder besser als die andere ist. Dieser Beitrag bezieht sich lediglich auf das Futterverhalten unserer Freya.

Die Vorgeschichte…

Als wir damals unsere 10 Wochen alte Freya bei Ihrem Züchter Rüdiger Merkel abholten, erhielten wir ausreichend Welpenfutter von Mera Dog mit auf den Weg. Das Futter war Sie gewöhnt und fraß es auch 3 Monate lang. Allerdings hatte Sie auch immer massive Blähungen und man kam sich manchmal vor, als hätte man sich eine Biogasanlage nach Hause geholt. Es kam der Tag, an dem Sie das Futter einfach links liegen lies. Die Ursache war zunächst schnell geklärt: Wurmbefall, was bei jungen Hunden trotz Wurmbehandlung durchaus öfter vorkommt. Zumal diverse Wurmkuren nicht alle Arten von Wurmbefall abdecken. In der Regel sollte der Appetit nach 2-3 Tagen wieder da sein, dies war aber nicht der Fall, Sie spukte das Futter einfach aus.

Also gut, dann stellen wir das Futter einfach um. Da wir Unternehmen aus unserer Region unterstützen wollen, viel die Wahl auf Josera. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz in unserem Kreis und wurde auch DLG Zertifiziert. Da Freya jetzt gerade mal 3 Monate alt war entschieden wir uns für Josera Kids. Das Futter wurde speziell für aufwachsende Hunde mittlerer und grosser Rassen entwickelt. Und siehe da, unsere Freya war ganz verrückt nach dem Futter, auch Fell und Haut waren super in Schuss.

Probleme und Lösungen…

Irgendwann wurde unsere Prinzessin auch mal älter und agiler, das Junghundefutter musste nun ersetzt werden. Da wir mit Josera zufrieden waren blieben wir bei der Marke und stellten auf die Sorte Fitness um. Mittlerweile war Freya ca. 14 Monate alt. Gefressen hat Sie das Futter eigentlich ganz gut, aber nach ca. 4 Wochen stellten wir erheblichen Haarbruch, Haarverlust und trockene Haut fest. Auch die erhebliche Kotmenge war ungewöhnlich. (Aussage vom Herrchen: Die scheisst Haufen wie ne Kuh).

Also gut, wieder mal zum Tierarzt um die Ursachen festzustellen. Das Untersuchungsergebnis ergab keine körperlichen oder organischen Ursachen. Es muss demzufolge am Futter liegen. Die Vermutung liegt am Getreidezusatz, den Sie nicht verarbeiten kann. Wieder Futterumstellung, diesmal auf die Josera Marke „Ente und Kartoffel“, diese Sorte ist Getreidefrei und hat einen höheren Anteil an Kartoffeln (43%) und Entenfleischmehl (25%). Nach einer Woche wurden die Symptome mit Haarausfall etc. zwar etwas besser, aber so ganz das Wahre war es dann auch nicht. Nach 2 Wochen rührte Sie das Futter garnicht mehr an. Nach einigen Diskussionen mit dem Tierarzt viel die Entscheidung, ein Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil zu füttern. Die Wahl fiel auf Wolfsblut. Dieses spezielle Futter hat einen extrem hohen Fleischanteil von bis zu 80%, was sich allerdings auch im Preis niederschlägt.

Aber da uns ja nichts zu Schade ist, wenn es um die Dame geht, haben wir gleich mal verschiedene Probepackungen bestellt. Was als erstes aufgefallen ist, das das Futter von Wolfsblut einen sehr strengen Eigengeruch nach Kräutern hat. Dies ist unabhängig von der Sorte und unsere Freya beäugte das Futter erstmal sehr skeptisch und Frass nur sehr kleine Portionen nachdem Sie nichts anderes bekam blieb Ihr nichts anderes übrig. Nach 10 Tagen war das Fell und die Haut allerdings wieder Top in Form. Auch die Kotausscheidung hat sich wieder geregelt. Keine Kuhhaufen mehr, Sie verarbeitet das Futter also optimal. Nun dachten wir endlich, jetzt ist alles im Lot und es geht alles einen guten Weg. Sie wird schon fressen wenn Sie Hunger hat. Aber nach 2 Wochen rührte Sie das Futter nicht mehr an. Lediglich auf die Nassfuttervariante von Wolfsblut fährt Sie voll ab und lässt keinen Krümmel übrig. Das kann aber keine Dauerlösung sein, den diese Variante geht ganz massiv an den Geldbeutel.

Es gibt nichts schlimmeres, wenn man mit einem Hund arbeiten will, dem die Fressgier fehlt.

Dem Herrchen platzte jetzt so langsam der Kragen und verordnete Futterentzug. (Nach Rücksprache mit dem Tierarzt sollten solche Aktionen allerdings erst umgesetzt werden, wenn keine körperlichen Ursachen vorliegen. Dies kann eine Blutuntersuchung ausschliessen, was dann auch der Fall war)

Nach 3 Tagen wurde Ihr dann das erstemal wieder Trockenfutter vorgesetzt. Gleiche Reaktion, kurz geschnuppert und weitergebettelt. Das Futter wird aber nicht angerührt, stattdessen frisst Sie Gras und alles was Sie im Wald an Hirschkötel und Abfall findet. Das kann es jetzt einfach nicht mehr sein, zumal Sie rohes Fleisch regelrecht verschlingt, wenn Sie es denn mal bekommt. Nach vielen Tagen der Verzweiflung, einem nervenden und bettelnden Hundes gibt es jetzt nur noch einen Weg: Fleisch verfüttern. Da hierbei aber wichtige Vitamine und Mineralstoffe zugefüttert werden müssen, gibt es nur eine Lösung:

Barfen…

Das Barfen orientiert sich an den Fressgewohnheiten von Wölfen und anderer wildlebender Hunde. In diesem Sinne wird ausschließlich rohes Fleisch, tierische Nebenerzeugnisse und Gemüse verfüttert. Hier liegen die pflanzlichen Fütterungsbestandteile „technisch vorverdaut“ vor, was die Vorgänge im Verdauungskanal eines Beutetieres sehr gut imitiert. Mittlerweile sind auf dem Markt auch kommerzielle Barf-Produkte erhältlich, die alle notwendigen Bestandteile einer gesunden und artgerechten Ernährung erfüllen. Wir haben uns für Barfexpress entschieden.

Nachtrag: Mittlerweile barfen wir mit Menüs vom Tierhotel. Die Auswahl an Menüs ist hier gewaltig und der Preis stimmt auch.

Fazit:

Mit dieser Füttermethode haben wir bei unserer Freya nun wohl endlich ins schwarze getroffen. Es bleibt kein Bröckchen übrig, und wenn morgens der Gefrierschrank aufgeht sind Ihre Aufenthalte in der Küche zur Regel geworden. Wenn man Abends den Napf in die Hand nimmt geht ein regelrechtes Heulkonzert los. Und wehe er steht nicht gleich an Ihrem Fressplatz, da wird das komplett erlernte Repertoir unter Gesang abgespult: Sitz, Platz, Fuss, Pfötchen usw.